Was nach der Geburt normal ist – und wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

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Blutungen und Schmerzen gehören zum natürlichen Heilungsprozess

In den ersten Wochen nach der Geburt durchläuft der weibliche Körper eine enorme Verwandlung – und reagiert dabei manchmal auf völlig unerwartete Weise. Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Schmerzen und postpartale Blutungen sind zwar ein normaler Bestandteil der Erholung, doch es gibt Warnsignale, die Sie keinesfalls ignorieren sollten.

Mit der Ankunft des Babys beginnt für den Körper ein neues, äußerst anspruchsvolles Kapitel. Während des sogenannten Wochenbetts muss sich die Gebärmutter in ihren ursprünglichen Zustand zurückbilden, der Hormonspiegel gerät in einen regelrechten Sturm, und der gesamte Organismus erholt sich nach monatelanger Belastung.

Viele frischgebackene Mütter sind von der Intensität dieser körperlichen Veränderungen schlicht überrascht. Die Erfahrung zeigt: Während die meisten Beschwerden ein natürlicher Heilungsprozess sind, können bestimmte Symptome auf ernstere gesundheitliche Komplikationen hinweisen.

Wochenbettblutungen und Nachwehen sind völlig normal

Zu den häufigsten Erscheinungen nach der Geburt zählen die sogenannten Wochenfluss-Blutungen. Dieser Ausfluss entsteht unmittelbar dadurch, dass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst und dabei eine größere Wunde hinterlässt, die Zeit zum Verheilen benötigt.

Anfangs kann die Blutung recht stark sein, nimmt aber mit den Tagen von selbst ab. Im Verlauf dieses Reinigungsprozesses verändert sich die Farbe des Ausflusses typischerweise von kräftigem Rot über ein Braunton bis hin zu einem hellen, fast farblosen Sekret. Die gesamte Phase kann bei Frauen ungefähr sechs bis acht Wochen andauern.

Ebenfalls vollkommen üblich sind die sogenannten Nachwehen. Dabei zieht sich die Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe zusammen – ein Vorgang, der sich in Krämpfen äußert, die starken Menstruationsschmerzen ähneln können. Diese unangenehmen Empfindungen sind in den ersten Tagen am intensivsten.

Häufig verstärken sie sich ausgerechnet beim Stillen. Das liegt daran, dass dabei vermehrt das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, welches die Gebärmuttermuskulatur aktiv zum Zusammenziehen anregt.

Schwellungen, allgemeine Empfindlichkeit und Schmerzen im Dammbereich sind ebenfalls keine Seltenheit – insbesondere wenn es zu einem Dammriss gekommen ist oder Nähte gesetzt wurden. Entscheidend ist jedoch, dass diese Beschwerden mit der Zeit nachlassen. Falls Sie merken, dass der Schmerz zunimmt, die Wunde zu nässen beginnt oder unangenehm riecht, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Erschöpfung und emotionale Tiefs kommen oft ohne Vorwarnung

Unmittelbar nach der Geburt erlebt der Körper einen massiven Hormonabfall. Kombiniert mit dem Schlafmangel und der Umstellung auf einen völlig neuen Lebensrhythmus ist es kaum verwunderlich, dass die Psyche dabei erheblich unter Druck gerät.

Traurige Gefühle, plötzliches Weinen oder gesteigerte Reizbarkeit kennen viele frischgebackene Mütter. Diese Zustände klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab.

Wenn die dunklen Gedanken jedoch nicht nachlassen, sondern sich vielmehr steigern und den Alltag lähmen, kann sich eine postpartale Depression entwickeln. In einem solchen Fall ist es wichtig, sich nicht zu schämen und rechtzeitig professionelle Unterstützung zu suchen – denn die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten sind sehr wirksam.

Extreme Erschöpfung ist ein weiteres Begleitphänomen, das nahezu jede Frau kennt. Der Organismus verbraucht enorme Mengen an Energie für die eigene Regeneration und muss gleichzeitig die anspruchsvollen Anforderungen des Stillens oder der Säuglingsernährung bewältigen.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu ruhen und einen Teil der Haushaltsaufgaben an den Partner oder das nähere Umfeld abzugeben, ist die absolute Grundlage einer erfolgreichen Erholung.

Ein eigenes Thema ist das Einschießen der Milch. Sobald die Milchproduktion einsetzt, werden die Brüste hart, schwellen unangenehm an und reagieren sehr empfindlich auf Berührung. Achtung ist jedoch geboten, wenn sich zu dem Spannungsgefühl eine deutliche Rötung der Haut, ein stechender Schmerz oder gar Fieber gesellen – das sind typische Zeichen einer beginnenden Brustentzündung.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe suchen sollten

Auch wenn die Bandbreite der postpartalen Veränderungen sehr groß und größtenteils völlig harmlos ist, gibt es Grenzen, jenseits derer normale Heilung aufhört. Fachleute empfehlen dringend, unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:

  • Körpertemperatur über 38 Grad Celsius.
  • Starke oder sich rasch verschlimmernde Schmerzen im Unterbauch.
  • Wochenfluss mit einem sehr starken und unangenehmen Geruch.
  • Extrem starke Blutungen, die nach einigen Tagen nicht nachlassen.
  • Anzeichen von Entzündung, Eiterbildung oder zunehmende Schmerzen an Geburtsverletzungen.
  • Überwältigende Gefühle von Angst, schwerer Depression oder aufdringliche Gedanken, sich selbst oder dem Baby zu schaden.

Die Rückkehr in die gewohnte Verfassung nach neun Monaten Schwangerschaft ist schlicht ein langer Weg. Die Erfahrung zeigt, dass es häufig bis zu einem ganzen Jahr dauern kann, bis alle Körperfunktionen vollständig zur Normalität zurückgefunden haben.

Die goldene Regel dieser sensiblen Phase lautet daher: auf den eigenen Körper hören, körperliche Belastung nur ganz allmählich steigern und bei den kleinsten Zweifeln die eigenen Sorgen offen bei der Nachsorgeuntersuchung ansprechen.

Author

  • Thomas Eder ist ein österreichischer Blogger, der über praktische Lifehacks, interessante Fakten und aktuelle Alltagsthemen schreibt. Seine Inhalte machen komplexe Themen leicht verständlich und unterhaltsam.

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