Ein Schatten, der immer größer wird
Mächtige Führungspersönlichkeiten umgeben sich in der Regel mit einem engen Vertrautenkreis, der ihren Alltag strukturiert und sie vor dem äußeren Chaos abschirmt. Doch manchmal rücken die Assistenten selbst ins Rampenlicht. Wenn aus normaler Loyalität eine regelrechte Besessenheit wird, schlägt das innerste Umfeld Alarm.
Der frühere Präsident Donald Trump tritt in der Öffentlichkeit heute fast ausschließlich in Begleitung einer jungen Mitarbeiterin auf. Natalie Harp ist buchstäblich zu einem festen Bestandteil seines täglichen Lebens geworden. Ihre ständige Nähe soll sogar dazu geführt haben, dass sich Trumps Ehefrau zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat.
Diese ungewöhnliche Konstellation sorgt im engsten Kreis des Präsidenten für erhebliche Unruhe. Der Journalist Michael Wolff beleuchtet diese höchst merkwürdige Dynamik ausführlich in seinem jüngsten Buch All or Nothing. Das mit brisanten Enthüllungen gespickte Werk beschreibt, wie hochrangige Kampagnenmanager und Familienmitglieder wiederholt versuchten, einzugreifen und die angespannte Situation aufzulösen.
Warnung vom eigenen Sohn
Berichten zufolge konfrontierte Eric Trump seinen Vater wegen dieser seltsamen Beziehung direkt. Er machte unmissverständlich deutlich, wie tief seine Bedenken hinsichtlich der jungen Assistentin und ihres rasant wachsenden Einflusses auf das gesamte Team waren.
Der alternde Politiker wischte die Warnung seines Sohnes jedoch entschieden vom Tisch. Wolff zufolge reagierte Donald Trump auf alle Sorgen mit einer denkbar schlichten Erklärung. Er erklärte schlicht, dass sie ihren Präsidenten eben liebe.
Diese Antwort beruhigte die angespannten Nerven der hochrangigen Mitarbeiter allerdings in keiner Weise. Die damalige Kampagnenleiterin Susie Wiles soll die enorme Macht, die sich die Assistentin über ihren Chef aufgebaut hatte, als äußerst belastend empfunden haben.
Unterkunft in der Damenumkleide
Um ihren uneingeschränkten Zugang zu ihrem Vorgesetzten zu sichern, schreckte die junge Frau vor keinerlei Extremmaßnahmen zurück. Während der Sommeraufenthalte in Trumps Golfclub in New Jersey lehnte sie jegliche räumliche Distanz kategorisch ab.
Zunächst forderte sie ein Zimmer ein, das normalerweise dem Servicepersonal und den Hausmeistern vorbehalten war. Als ihr dieses Quartier jedoch zu weit vom Hauptgebäude entfernt schien, zog sie kurzerhand direkt in die Damenumkleide um. Sie wollte schlicht garantieren, dass sie sofort verfügbar war, sobald man sie benötigte.
Ihre fanatische Ergebenheit löste hinter verschlossenen Türen eine Welle ernsthafter Debatten aus. Auch Agenten des Geheimdienstes begannen sehr rasch, ihre eigenen Bedenken zu dieser bizarren Unterkunftssituation zu äußern.
Eine undurchdringliche Mauer
In seinem Buch zeichnet Wolff das Bild einer Assistentin, die wie eine undurchdringliche Wächterin agierte und gängige politische Abläufe vollständig ignorierte. Er erwähnt auch, dass führende Stabsmitglieder regelmäßig Liebesbriefe fanden, die sie an ihren Chef geschrieben hatte, und diese Nachrichten untereinander weitergaben.
Dem Autor zufolge ist es unbedingt notwendig, die Seltsamkeit und die extreme Abweichung dieser gesamten Situation zu begreifen. Der Kandidat verbringt seine gesamte Zeit in Gesellschaft einer jungen Frau, die offenkundig in ihn verliebt ist.
Was Anfang 2024 unter dem Personal noch als Witz die Runde machte, verwandelte sich bald in eine düstere Realität. Niemand konnte sich zwischen sie und Trump drängen — jegliche Kommunikation mit ihm musste zwingend über diese Assistentin laufen.










