Kräuter für den Schatten: Diese sechs Sorten wachsen auch ohne viel Sonne

Schatten im Garten? Für frische Kräuter kein Problem

Selbst angebaute Kräuter, gerade erst frisch geerntet, verleihen jedem Gericht eine unvergleichliche Würze. Vor allem in den warmen Monaten – von Frühjahr bis Herbst – lassen sich viele Pflanzen wunderbar auf Balkon und im Garten kultivieren.

Wer allerdings einen nach Norden ausgerichteten Balkon besitzt oder einen Garten, dessen Boden durch dichten Baumbestand dauerhaft beschattet wird, muss bei der Kräuterwahl besonders aufmerksam sein. Denn längst nicht alle Kräuter kommen mit wenig Licht zurecht.

Mediterrane Kräuter sind im Schatten fehl am Platz

Grundsätzlich gibt es für nahezu jede Lichtsituation die passenden Gewächse – eine gute Nachricht für alle Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner, die sich selbst mit frischen Heil- und Küchenkräutern versorgen möchten. Eines sollte jedoch von vornherein klar sein: Mediterrane Kräuterarten haben in schattigen Lagen schlicht nichts zu suchen.

Folgende beliebte Sorten sollte man daher besser nicht kaufen, wenn nur schattige oder halbschattige Standorte zur Verfügung stehen:

  • Lavendel
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Oregano
  • Basilikum

So populär diese Sorten auch sein mögen – verzweifeln muss deshalb niemand. Denn auch unter den schattenverträglichen Pflanzen finden sich einige ausgesprochen leckere Kandidaten für Beet, Kübel und Balkon.

Kräuter, die mit minimalem Sonnenlicht auskommen

Fast kein Kraut kommt völlig ohne Licht aus – doch zwei Pflanzen stellen hier eine bemerkenswerte Ausnahme dar und begnügen sich mit wirklich sehr wenig Sonneneinstrahlung:

  • Bärlauch
  • Waldmeister

Bärlauch neigt im Garten zur unkontrollierten Ausbreitung und sollte deshalb mit einer Wurzelsperre im Zaum gehalten werden. Seine Blätter lassen sich zu köstlichen Zubereitungen wie Bärlauch-Pesto oder aromatischem Bärlauch-Öl verarbeiten. Auch Waldmeister ist eine wertvolle Küchenpflanze – allerdings ist er teilweise giftig, weshalb beim Ansetzen einer Maibowle die Stiele stets mit dem Kopf nach unten ins Glas gehören.

Sechs Kräutersorten für Halbschatten und schattige Plätze

Neben Bärlauch und Waldmeister gibt es eine Reihe weiterer Kräuter, die halbschattige Standorte durchaus schätzen. Gemeint sind damit Plätze, an denen täglich etwa zwei Stunden direktes Sonnenlicht fallen oder durch dichtes Blattwerk gefilterte Strahlen gleichmäßig den Boden erreichen. Nordbalkone eignen sich dafür weniger, halbschattige Balkone und Gärten hingegen schon.

  • Kerbel: Am besten bereits im April ins halbschattige Beet setzen. Zwischen Salatpflanzen gepflanzt hält Kerbel Schnecken und andere Schädlinge vom Gemüse fern. In besonders heißen Sommermonaten sollte das Kraut regelmäßig gegossen werden.
  • Schnittlauch: Idealerweise im Frühjahr vorziehen, bevor er nach draußen kommt. Wer die Stiele kontinuierlich aberntet, fördert einen kompakten, buschigen Wuchs. Auch Schnittlauch benötigt im Sommer regelmäßige Wassergaben.
  • Koriander: Hier sind vor allem die Samen das Entscheidende. Rund sechs Wochen nach der Aussaat lassen sie sich gut von den Stängeln lösen, lichtgeschützt aufbewahren und später im Mörser zerreiben – ideal für Currypulver oder würzige Gemüsesuds.
  • Dill: In Kombination mit Möhren und Pastinaken entfaltet Dill das Gemüsearoma besonders schön. Ab April kann er ins Freilandbeet, und schon nach zwei bis drei Wochen ist die erste Ernte möglich.
  • Zitronenmelisse: Ihr frisch-zitroniges Aroma macht sie zu einer gefragten Zutat in leichten Sommergerichten. Eine Voranzucht im Frühjahr empfiehlt sich, sodass die Jungpflanzen etwa sechs Wochen später ins Beet wandern können. Im Topf sollte die Zitronenmelisse regelmäßig in einen größeren Behälter umgepflanzt werden.
  • Minze: Ähnlich wie Bambus neigt Minze zur unkontrollierten Ausbreitung und muss daher eingegrenzt werden. Bei richtiger Pflege und einem halbschattigen Standort lassen sich bis in den Herbst hinein frische, aromatische Minzblätter ernten.

Wichtig: Nicht alle Kräuter vertragen sich als Nachbarn

Wer ein Kräuterbeet anlegt, sollte unbedingt auf die Verträglichkeit der Pflanzen untereinander achten. Petersilie etwa sollte weder neben Kerbel noch neben Dill wachsen. Als Beetnachbar eignet sich Schnittlauch für Petersilie dagegen deutlich besser.

Author

  • Thomas Eder ist ein österreichischer Blogger, der über praktische Lifehacks, interessante Fakten und aktuelle Alltagsthemen schreibt. Seine Inhalte machen komplexe Themen leicht verständlich und unterhaltsam.

Scroll to Top