Klage von Prinz Harry gegen den Daily Mail wegen Verletzung der Privatsphäre gescheitert

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Wenn Gerichtssäle keine Gerechtigkeit liefern

Aufsehenerregende Prozesse wecken oft die Erwartung auf spektakuläre Wendungen und lang ersehnte Genugtuung vor den Augen der Öffentlichkeit. Doch sobald sich der Staub im Gerichtssaal gelegt hat, können finanzielle Schäden und angeschlagene Reputationen noch weit länger nachwirken als das Verfahren selbst. Für Personen des öffentlichen Lebens, die sich entschließen, mächtige Medienkonzerne juristisch zu bekämpfen, birgt ein solcher Schritt enorme Risiken – und die enden keineswegs mit dem letzten Richterspruch.

Rückkehr vor den Obersten Gerichtshof

Prinz Harry und eine Reihe weiterer prominenter Kläger stehen erneut vor dem High Court. Anlass ist ein empfindlicher Rückschlag in ihrem langwierigen Rechtsstreit mit der Associated Newspapers Limited. Der Verlag, zu dem auch die bekannte Tageszeitung Daily Mail gehört, hatte monatelang umfangreiche Vorwürfe rechtswidriger Informationsbeschaffung zurückgewiesen.

Das ursprüngliche Verfahren endete Anfang dieses Jahres nach einem zermürbenden elftägigen Prozess in London. Richter Nicklin wies am 7. Juli sämtliche erhobenen Ansprüche in einem bemerkenswert ausführlichen Urteil ab – das Dokument umfasste sage und schreibe 436 Seiten. Als Hauptgrund nannte er das Fehlen hinreichend überzeugender Beweise seitens der Kläger.

Die Rechtsteams bereiten sich nun auf eine zweitägige Anhörung vor, bei der die unmittelbaren Folgen dieses Urteils besprochen werden sollen. Im Mittelpunkt dürften mögliche Berufungsverfahren sowie die astronomischen Prozesskosten stehen. Der Verlag selbst bezifferte seine Verteidigungskosten auf einen Betrag von mehr als 50 Millionen Pfund.

Die Anwälte der Kläger hatten zuvor argumentiert, dass Privatdetektive und Journalisten unlautere Methoden eingesetzt hätten, um knapp hundert umstrittene Artikel zu verfassen. Zu den angeblichen Praktiken zählten das Abhören von Festnetzleitungen, das Eindringen in Mailboxen sowie die Erschleichung vertraulicher Daten unter falschen Vorwänden.

Vorwürfe illegaler Praktiken nicht bestätigt

Der Verlag hatte während des gesamten Verfahrens jegliches Fehlverhalten und jeden Gesetzesverstoß kategorisch bestritten. Die Verteidigung bestand darauf, dass Journalisten bei ihrer Arbeit ausschließlich auf vollkommen gängige journalistische Methoden zurückgegriffen hätten. Als Hauptquellen wurden Pressesprecher, freie Reporter, Archive früherer Berichte sowie dem Umfeld von Prominenten nahestehende Personen genannt.

In seiner schriftlichen Begründung verwarf Richter Nicklin die zentrale Argumentationslinie der Kläger. Er erklärte, man könne nicht automatisch davon ausgehen, dass Informationen auf illegalem Weg beschafft worden seien, nur weil ein Verleger ihre genaue Herkunft nicht erklären könne und sie privaten Charakter hätten. Einen solchen Ansatz bezeichnete der Richter als absolut unzulässig.

Die Führung des Medienunternehmens reagierte auf das Urteil äußerst entschlossen. Der frühere Chefredakteur des Daily Mail und heutige Verlagschef Paul Dacre übte scharfe Kritik an der Klage. Er bezeichnete sie als konstruierte Aktion, die seiner Meinung nach niemals vor einem Gericht hätte landen dürfen.

Auf der Gegenseite herrschte tiefe Enttäuschung über den Ausgang des Verfahrens. Prinz Harry und Baroness Lawrence veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie das Urteil als vollständige und eklatante Vertuschung beschrieben. „Wir kamen vor Gericht, um Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht zu finden. Beides wurde uns verwehrt“, schlossen sie mit bitterer Ernüchterung.

Author

  • Thomas Eder ist ein österreichischer Blogger, der über praktische Lifehacks, interessante Fakten und aktuelle Alltagsthemen schreibt. Seine Inhalte machen komplexe Themen leicht verständlich und unterhaltsam.

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