Staatsanwälte: Comeys Foto „86 47″ war eine Todesdrohung gegen Trump

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Ein scheinbar harmloses Strandfoto mit gefährlichem Inhalt

Dem ehemaligen Direktor des amerikanischen Bundesermittlungsbüros (FBI), James Comey, droht schwerwiegender juristischer Ärger. Bundesstaatsanwälte sind fest davon überzeugt, dass ein auf den ersten Blick unverfängliches Foto von Muscheln am Strand in Wirklichkeit eine versteckte Drohung gegen Präsident Donald Trump darstellte.

Die Anklagevertreter weichen in ihren Gerichtsschriftsätzen keinen Millimeter zurück. Ihrer Einschätzung nach hätte ein unbefangener Beobachter das Bild der arrangieren Muscheln ohne Weiteres als Aufruf zur physischen Beseitigung des Staatsoberhauptes deuten können. Das umstrittene Foto tauchte im Mai 2025 in den sozialen Netzwerken auf, als der Ex-FBI-Chef an der Küste North Carolinas spazieren ging.

Was steckt hinter den Zahlen 86 und 47?

Die Muscheln im Sand bildeten damals deutlich erkennbar die Ziffern 86 und 47. Im amerikanischen Slang bedeutet der Begriff „86″ traditionell, jemanden loszuwerden, zu entfernen oder endgültig auszuschalten. Donald Trump bekleidet derzeit das Amt des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Die Verteidigung des Angeklagten versucht, die Lage zu entschärfen, und weist darauf hin, dass diese Zahl seit Langem auf Protestschildern erscheint – lediglich als Forderung nach einer politischen Abwahl, nicht als Gewaltaufruf. Comeys Anwaltsteam warf den Ermittlern sogar vor, Richter in die Irre zu führen und nicht im Ansatz beweisen zu können, dass ihr Mandant eine Verletzungsabsicht hegte.

Buchvermarktung oder echte Bedrohung?

Die Gegenseite brachte jedoch ein nüchternes, rein kommerzielles Motiv ins Spiel. Die Ermittler hoben hervor, dass das Bild nur wenige Tage vor der Veröffentlichung von Comeys neuem Roman erschien. Das Buch handelt bezeichnenderweise von einem Staatsanwalt, der eine Person verfolgt, deren Beiträge in sozialen Netzwerken fanatische Anhänger zu Angriffen auf politische Gegner verleiten.

Als Comey in der Kommunikation mit seinem Literaturagenten auf diesen Zusammenhang angesprochen wurde, soll der frühere FBI-Chef geantwortet haben, das sei zwar „nicht seine Absicht gewesen, aber wenn es dem Buchverkauf helfe, würde er sich keineswegs darüber beschweren.“

Zweifel an der Geschichte vom zufälligen Fund

Auch die Geschichte vom angeblich zufälligen Entdecken des Muschelbildes während eines Nachmittagsspaziergangs bekommt erhebliche Risse. Die Staatsanwälte bemängelten, dass der Fundort rund sechs Kilometer von Comeys Strandhaus entfernt lag – in einer äußerst abgelegenen Gegend, die durch eine Sanddüne vom offenen Meer getrennt wird.

Laut den Gerichtsakten gibt es keinerlei Beweise dafür, dass irgendjemand sonst die Muscheln so präzise arrangiert oder auch nur gesehen hatte. Erschwerend kommt hinzu, dass Comey kurz vor dem Absenden des Beitrags eine Textnachricht seiner Frau erhielt, die die genaue Bedeutung der Zahl 86 detailliert und unmissverständlich erläuterte.

Als das Foto eine gewaltige Welle öffentlicher Empörung auslöste, löschte er es umgehend aus seinem Profil. Anschließend erklärte er, ihm sei überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass jemand die Ziffern als Anstiftung zu Gewalt interpretieren könnte. Seine Verteidigung bezeichnet das gesamte Gerichtsverfahren nun als eine systematische und rachsüchtige Kampagne.

Der juristische Kampf ist noch lange nicht entschieden

Der Kern des Rechtsstreits dreht sich um eine einzige entscheidende Frage: Lässt sich nachweisen, dass eine reale Gefahr bestand – und nicht bloß eine Form zugespitzter politischer Meinungsäußerung, die durch die Redefreiheit geschützt ist?

Während die Bundesbehörden darauf bestehen, dass die Drohung gegen den Präsidenten im Bild ohne ernsthafte Zweifel erkennbar sei, halten die Verteidiger dagegen, dass der Staatsapparat beim Nachweis von Vorsatz und Kenntnis des gewalttätigen Subtexts vollständig versagt habe.

Der entscheidende Punkt der kommenden Verhandlungen wird daher vor allem die Frage sein, was dem früheren Spitzenbeamten in dem schicksalhaften Moment der Veröffentlichung tatsächlich durch den Kopf ging. Das Gericht muss seine wahre Motivation ergründen – unabhängig davon, welche Bedeutung die Öffentlichkeit dem Bild später beigemessen hat.

Author

  • Thomas Eder ist ein österreichischer Blogger, der über praktische Lifehacks, interessante Fakten und aktuelle Alltagsthemen schreibt. Seine Inhalte machen komplexe Themen leicht verständlich und unterhaltsam.

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