Neue Langzeitprognose sorgt für Aufsehen: Wie genau beeinflusst „Super-El Niño“ den diesjährigen Winter?

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Selbst modernste Langzeitmodelle können das Winterwetter nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen – denn die atmosphärischen Verhältnisse können sich buchstäblich von einem Tag auf den anderen grundlegend wandeln. Winzige Abweichungen bei Meerestemperaturen, das Verhalten des Höhenwindes und die Verlagerung mächtiger Druckgebilde spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Mit dem näher rückenden Winterbeginn verfolgen Experten wie auch die breite Öffentlichkeit die Entwicklung mit wachsender Spannung. Die Einsätze sind hoch: steigende Heizkosten, Verkehrsbehinderungen und Unterbrechungen im Alltag stehen auf dem Spiel. Hinzu kommt eine tückische Besonderheit – ein und dieselbe Wintersaison kann in verschiedenen Teilen Europas völlig unterschiedlich verlaufen.

Experten warnen vor voreiligen Schlüssen

Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Winter dreht sich in Klimatologenkreisen derzeit alles um ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik. Die Oberflächenwassertemperaturen überschreiten dort an manchen Stellen den langjährigen Durchschnitt um mehr als zweieinhalb Grad Celsius. Genau diese markante Anomalie veranlasst Wissenschaftler dazu, von einem „Super-El Niño“ zu sprechen.

Für den europäischen Kontinent lässt sich daraus jedoch kein direkter Rückschluss ziehen. Wie viel Kaltluft tatsächlich zu uns vordringt, hängt vielmehr von den dynamischen Prozessen über dem Nordatlantik, dem Verhalten des Polarjets und der Stabilität des Polarwirbels über der Arktis ab.

Historische Daten zeigen außerdem deutlich, wie trügerisch vereinfachte Vergleiche sein können. Während des legendären und besonders starken El-Niño-Ereignisses an der Jahreswende 1997/98 erlebte das benachbarte Deutschland einen der wärmsten Winter der jüngeren Geschichte. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Ein starkes tropisches Phänomen auf der anderen Seite des Planeten bedeutet für Europa nicht automatisch bittere Kälte.

Drei mögliche Szenarien für den Winter

Aktuelle Vorhersagemodelle zeichnen drei Hauptvarianten dessen, was uns in den kommenden Monaten erwarten könnte.

  • Mildes und stürmisches Szenario: Dominierend wäre weiches, regnerisches und äußerst windiges Wetter mit häufigen Sturmtiefs und erhöhtem Risiko lokaler Überschwemmungen.
  • Wechselhafte Klassik: Dieses Szenario erinnert stark an die vergangenen Saisons. Mildere Phasen wechseln sich mit kühleren Episoden ab, während eine geschlossene Schneedecke in tieferen Lagen kaum zu erwarten ist.
  • Störung des Polarwirbels: Sollte die aktive Phase von El Niño den Polarwirbel destabilisieren, könnte vor allem in der späteren Winterphase eine arktische Kaltluftmasse tief nach Süden vordringen.

Langfristig betrachtet gilt das dritte Szenario – also ein stabiler, strenger und schneereicher Winter – unter Meteorologen derzeit als mit Abstand am unwahrscheinlichsten.

Ein milderes Klima wird wohl die Oberhand behalten

Die Mehrzahl der Signale deutet bislang auf eine mildere, dafür aber deutlich stürmischere Winterperiode hin – wenngleich das Maß an Unsicherheit nach wie vor beträchtlich ist.

Atmosphärenspezialisten weisen zudem darauf hin, dass gleichzeitig mit dem „Super-El Niño“ eine Verstärkung des sogenannten positiven Indischen Ozean-Dipols stattfindet. Das Zusammenspiel dieser beiden gewaltigen Klimatreiber wird die Druckverteilung über der Nordhalbkugel zweifellos erheblich durcheinanderwirbeln.

Was bedeutet das konkret für Europa? In erster Linie ist mit einem deutlich verstärkten Westwindtransport feuchter Luftmassen vom Atlantik her zu rechnen. Während sich über Südeuropa und dem Mittelmeerraum voraussichtlich ein dominantes Hochdruckgebiet festsetzt, verschieben sich die Zugbahnen der Regentrogs weit nach Norden.

Diese Konstellation begünstigt überdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen Europas. Bewohner Nordwest- und Nordeuropas sollten sich jedoch darauf einstellen, dass bei ihnen erheblich mehr Niederschlag fällt als gewöhnlich.

Die besten Schneeverhältnisse werden daher im Norden und Nordosten des Kontinents sowie traditionell in den höheren Lagen Mitteleuropas erwartet. Einzelne kräftige Tiefdruckgebiete können natürlich gelegentlich kurze Schneeschauer auch in Tieflagen und südlichere Regionen bringen.

Author

  • Thomas Eder ist ein österreichischer Blogger, der über praktische Lifehacks, interessante Fakten und aktuelle Alltagsthemen schreibt. Seine Inhalte machen komplexe Themen leicht verständlich und unterhaltsam.

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