Wenn Unkraut den Rasen übernimmt
Ob man bestimmte Pflanzen im Rasen als störend empfindet, liegt oft im Auge des Betrachters. Doch einige Arten sind so aggressiv, dass sie das gewünschte Gras regelrecht verdrängen – und aus einem gepflegten Rasen binnen kurzer Zeit eine Art Ackerbrache machen.
Wer einen gleichmäßig grünen Rasen erhalten möchte, muss aufmerksam bleiben und regelmäßig eingreifen. Besonders wichtig: Unerwünschte Pflanzen sollten entfernt werden, bevor sie sich aussäen und unkontrolliert vermehren.
Wurzelunkräuter: Hartnäckige Eindringlinge
Löwenzahn
Der Löwenzahn gehört wohl zu den bekanntesten unerwünschten Gartenpflanzen überhaupt. Seine Pfahlwurzel kann bis zu zwei Meter tief in den Boden reichen – das Ausgraben ist entsprechend mühsam und kräftezehrend.
Besonders tückisch: Eine einzige Pusteblume produziert etwa 300 Samen, die der Wind großflächig verteilt. Zögern ist hier keine Option – wer eine Pflanze rechtzeitig entfernt, spart sich später erheblich mehr Arbeit.
Gundermann (Glechoma hederacea)
Der Gundermann blüht durchaus hübsch, doch sein Erscheinungsbild täuscht. Lässt man ihn gewähren, wuchert er so ausdauernd, dass der Rasen schon bald kaum noch als solcher erkennbar ist. Mit seiner kriechenden Wuchsform breitet er sich flächendeckend aus.
Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
Der Stumpfblättrige Ampfer gilt als sogenannte Zeigerpflanze: Sein Auftreten weist auf einen stickstoffreichen Boden hin. Er lockert zwar die Erde auf, besitzt aber ein weitverzweigtes Wurzelsystem, das seine Entfernung erheblich erschwert.
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
Wer Ackerschachtelhalm oder dessen sporentragende Triebe im Rasen entdeckt, sollte rasch handeln. Das Kalken der betroffenen Fläche hat sich in vielen Fällen als wirksame Gegenmaßnahme bewährt.
Kriechende und flächendeckende Unkräuter
Spitzwegerich
Genauso wie sein nah verwandter Breitwegerich verdrängt der Spitzwegerich das gewünschte Rasengras zuverlässig. Regelmäßiges Mähen auf etwa vier Zentimeter Höhe kann seine Ausbreitung wirksam bremsen.
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
Wer eine bunte Blumenwiese bevorzugt, kann den Kriechenden Hahnenfuß ruhig wachsen lassen. In einem klassischen Rasen hingegen sollte man ihn konsequent ausstechen, ehe er sich festsetzt.
Weißklee
Klee – allen voran der Weißklee – bildet ebenfalls kriechende Ausläufer, die sich zügig im Rasen ausbreiten. Ob man die bienenfreundliche Pflanze duldet oder bekämpft, ist letztlich Geschmackssache. Wachstumstempo setzt er jedoch unabhängig davon beständig fort.
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata)
Mit seinen zierlichen Blüten und kleinen Blättern wirkt der Horn-Sauerklee geradezu harmlos. Doch der Schein trügt: Das robuste Gewächs besiedelt neue Flächen überraschend schnell und ist dabei schwer in Schach zu halten.
Ungräser: Wenn Gras zu Gras wird – aber das falsche
Eine besondere Herausforderung stellen sogenannte Ungräser dar. Sie sehen auf den ersten Blick dem Rasengras ähnlich, sind jedoch unerwünscht und können den Rasen empfindlich schädigen.
Taube Trespe (Bromus sterilis)
Die Taube Trespe mag auf den ersten Blick durchaus ansehnlich wirken. Doch Ungräser wie Trespen blühen früh und bilden rasend schnell Samen, bevor man eingreifen kann. Das manuelle Ausstechen bleibt die einzig wirksame Methode zur Entfernung.
Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)
Hirsearten wie die hartnäckige Hühnerhirse haben im gepflegten Rasen schlichtweg nichts zu suchen. Sie drängen das Rasengras zurück. Vorbeugung durch konsequente Rasenpflege ist hier die effektivste Strategie.
Kriech-Quecke (Elymus repens)
Die Kriech-Quecke gehört zur Familie der Süßgräser und bildet unterirdische Ausläufer, mit denen sie sich rasend schnell durch den Rasen durcharbeitet. Ist sie erst einmal etabliert, wird ihre Bekämpfung zu einer echten Geduldsprobe.
Samen überstehen selbst den Winter
Auch Gräser zählen zu den Gewächsen, die sich schneller als erwartet im Garten festsetzen können. Hat ein Ungras erst einmal Samen gebildet, verteilt es diese in großer Zahl über weite Flächen.
Wer glaubt, im Winter sei das Problem verschwunden, irrt sich. Die Samen überdauern die Kältemonate problemlos und keimen im darauffolgenden Frühjahr erneut. Frühzeitiges Handeln ist daher die wichtigste Grundlage für einen dauerhaft schönen Rasen.










