Ein Triumph auf dem Grün sorgt für Aufsehen
Der frühere US-Präsident feiert einen weiteren Sieg auf dem Golfplatz. Doch kaum tauchten detaillierte Ergebnislisten im Netz auf, entbrannte unter Golfbegeisterten eine hitzige Debatte über die Glaubwürdigkeit seines außergewöhnlichen Abschneidens.
Das renommierte Senior Men’s Club Championship fand in seinem eigenen Resort, dem Trump National Golf Club Bedminster in New Jersey, statt. Nach dem letzten Loch verkündete er stolz ein Gesamtergebnis von 70 Schlägen.
Ein unglaubliches Ergebnis wirft viele Fragen auf
Kurz nach Turnierende teilte der Sieger seinen Triumph im sozialen Netzwerk Truth Social. In seinem Beitrag dankte er allen Teilnehmern und betonte ausdrücklich, dass er aufgrund seiner Amtspflichten kaum Zeit zum Üben habe. Seine 70 Schläge führte er schlicht auf angeborenes Talent zurück – ein Talent, das den meisten Menschen seiner Meinung nach schlichtweg fehlt.
Während sich der bekannte Milliardär in Lobeshymnen erging, sorgte sein Gegner Philip Zamloot unbeabsichtigt für Wirbel. Er veröffentlichte in sozialen Netzwerken die vollständige Ergebnistabelle des Turniers, aus der klar hervorging, dass die 70 Schläge das sogenannte Bruttoscore darstellten.
Dieses Detail erregte sofort die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und von Golfexperten. Der Platz in Bedminster hat nämlich einen regulären Par-Wert von 72. Ein Bruttoergebnis von 70 zu erzielen bedeutet, zwei Schläge unter Par zu spielen – ganz ohne Erleichterungen oder Handicap-Abzüge. Das entspricht einem Leistungsniveau, das typischerweise nur Spitzenprofis erreichen.
Im Golfsport ist die Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettoscore entscheidend. Während das Bruttoscore die absolute Schlagzahl über eine gesamte Runde widerspiegelt, entsteht das Nettoscore erst nach dem fairen Abzug des Handicaps – was Spielern unterschiedlicher Stärke gleiche Chancen verschafft.
Die Kommentare ließen nicht lange auf sich warten, und viele warfen dem Sieger offen Betrug vor. „Es ist schlicht erbärmlich, wenn er glaubt, dass wir ihm das abnehmen,“ hieß es in einem empörten Beitrag. Ein anderer Nutzer verglich die erstaunliche Behauptung gar mit offizieller Staatspropaganda aus Nordkorea.
Größerer Zusammenhang und frühere Kontroversen
Betrachtet man das restliche Starterfeld, wirkt die ganze Angelegenheit noch merkwürdiger. Zamloot selbst, dessen Name direkt auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung stand, benötigte für die Runde 77 Schläge.
Laut verfügbaren Informationen hat dieser jüngste Triumph die Gesamtzahl der Clubmeisterschaftssiege des Präsidenten auf beachtliche mehr als vierzig erhöht. Kritiker weisen jedoch seit Langem auf einen zentralen Umstand hin – die überwiegende Mehrheit dieser Siege wurde ausschließlich auf Plätzen erzielt, die ihm selbst gehören.
Der renommierte Sportjournalist Rick Reilly, der Trumps Verhältnis zum Golf in einem Buch über Golf und Politik akribisch dokumentiert hat, macht keinen Hehl aus seiner tiefen Skepsis. „Was das Schummeln betrifft, bewegt er sich auf einer Skala von eins bis zehn ungefähr bei elf,“ kommentierte er in der Vergangenheit die ungewöhnlichen sportlichen Leistungen.
Obwohl der Sieger selbst behauptet, kaum freie Zeit für das Training auf dem Platz zu haben, zeichnen offizielle Berichte ein ganz anderes Bild. Seit seiner Rückkehr ins Amt am 20. Januar 2025 verbrachte er insgesamt 115 Tage auf Golfplätzen – allein im laufenden Jahr soll er laut Aufzeichnungen unglaubliche 38 vollständige Runden absolviert haben.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Ergebnisse aus seinem eigenen Resort für erhebliche Verwirrung sorgen. Bereits beim letztjährigen Meisterschaftsturnier in Bedminster soll er ein Bruttoergebnis von 69 erzielt haben. Nach Abzug seines ungewöhnlich niedrigen Handicaps von zwei erreichte er ein Nettoscore von 67. Der zweitbeste Amateurspieler, Terry Conley, schlug damals im Vergleich dazu 79 Schläge – ein gewaltiger Abstand.










