Wer kennt das nicht: Hektik am Flughafen
Den Blick auf die Abflugtafel werfen, den richtigen Flug suchen, während die Zeit unerbittlich verrinnt – das ist eine Situation, die fast jeder Reisende kennt. Und die Schlange vor der Sicherheitskontrolle scheint kein Ende zu nehmen.
Die meisten von uns planen schon heute großzügige Zeitpuffer ein, denn gerade in der Hochsaison können die Wartezeiten unangenehm lang werden. Viele Passagiere erscheinen deshalb weit vor dem Abflug am Terminal – und bald kommt eine weitere Änderung hinzu, die den Ablauf vor dem Abflug spürbar beeinflussen wird.
Eine der größten europäischen Fluggesellschaften hat nämlich beschlossen, eine wichtige Zeitvorgabe für alle Passagiere anzupassen.
Die Änderungen treten im November in Kraft
Ryanair verlangt künftig von Reisenden, die ihr Gepäck aufgeben oder am Schalter einchecken möchten, ein frühzeitigeres Erscheinen. Der gesamte Vorgang muss spätestens eine Stunde vor dem geplanten Abflug abgeschlossen sein.
Bisher reichten vierzig Minuten vor dem Abflug vollkommen aus.
Mit dieser Maßnahme soll den Reisenden ausreichend Zeit für einen stressfreien Durchlauf durch Sicherheits- und Passkontrolle gegeben werden. Der Carrier möchte so das Risiko minimieren, dass Passagiere ihren Flug wegen unerwarteter Verzögerungen im Abfertigungsbereich verpassen.
Der Hauptgrund liegt im deutlich gestiegenen Andrang an europäischen Grenzübergängen. Die Einführung eines modernisierten Ein- und Ausreisesystems hat an vielen Flughäfen zu erheblichen Verzögerungen geführt – insbesondere bei Reisenden aus Ländern außerhalb der Europäischen Union.
Einige Flughäfen kämpften bereits mit stundenlangen Warteschlangen. In Mailand verpassten zuletzt mehr als hundert EasyJet-Passagiere ihren Flug, weil sie beim Warten auf die Dokumentenkontrolle feststeckten.
Für die meisten Reisenden ändert sich wenig
Trotz der verschärften Regelung beruhigt Ryanair: Der Großteil der Kunden wird keinen Unterschied bemerken. Rund 80 Prozent der Passagiere nutzen bereits den Online-Check-in und gehen mit Handgepäck direkt zum Gate.
Darüber hinaus investiert die Airline massiv in Self-Service-Technologien. Bis Ende Oktober soll die Mehrzahl der großen Flughäfen mit automatischen Gepäckaufgabe-Kiosken ausgestattet sein – was den gesamten Prozess erheblich beschleunigen dürfte.
Marketingdirektor Dara Brady zufolge werden diese Neuerungen eine schnellere Gepäckabwicklung, kürzere Schlangen an herkömmlichen Schaltern und insgesamt zuverlässigeren Service für das verbleibende Fünftel der Passagiere bringen, die weiterhin mit aufgegebenem Gepäck reisen.
Ryanairs unnachgiebige Linie beim Gepäck
Die irische Billigfluggesellschaft ist seit Jahren für ihre kompromisslose Haltung bei Gepäckvorschriften bekannt. Viele Urlauber haben bereits am eigenen Leib erfahren, dass das Überschreiten der erlaubten Handgepäckmaße sofortige und saftige Zusatzgebühren nach sich zieht.
Trotz gelegentlicher Unzufriedenheit in der Öffentlichkeit weicht das Unternehmen von seiner Strategie nicht ab. An erster Stelle stehen maximale Betriebseffizienz und die Vermeidung von Verspätungen – auch wenn das für Kunden bedeutet, künftig noch früher am Terminal zu erscheinen.










